Inhaltsbereich:

Aktuelle Nachrichten zum Thema Ausbildungen mit Zukunft

06.07.2017

Rumänien: Eröffnung zweier Tagesbetreuungen für die Begleitung von sozial benachteiligten Kindern

Mädchen aus der Volksgruppe der Roma aus Dumbrǎveni tanzen voller Begeisterung einen Volkstanz.

Mit Partnern aus Österreich hat das Diakoniewerk in Dumbrǎveni und Sebeş zwei Einrichtungen aufgebaut, die die schulische Förderung sowie persönliche Entwicklung von Kindern aus armen bzw. armutsgefährdeten Familien, vorwiegend aus der Roma-Minderheit zur Aufgabe haben. Nun wurde feierlich mit einer Delegation aus Österreich eröffnet.

GALLNEUKIRCHEN/DUMBRAVENI. Die Kleinstadt Dumbrǎveni (Elisabethstadt) im Landkreis Sibiu in Siebenbürgen, etwa zwei Stunden Autofahrt von der Stadt Sibiu entfernt, war einst eine „reiche“ Stadt, war sie doch im 15. Jahrhundert Fürstenresidenz und in weiterer Folge sich armenische Kaufleute angesiedelt haben.

Gezeichnet von Abwanderung hat heute Dumbrǎveni nicht mehr als 8400 EinwohnerInnen. Eine renovierungsbedürftige Stadtstruktur prägt das Bild, die Stadt wirkt ruhig und verlassen. Dumbrǎveni ist aber auch sichtbar gekennzeichnet von Armut, eine große Roma-Siedlung liegt am Rande der Stadt. 15 % der Einwohner gehören der Volksgruppe der Roma an.
Durch Armut, Landflucht und dem Verhältnis in der Einwohnerzusammensetzung ergeben sich spezielle Bedürfnisse und Herausforderungen. Bildung und regelmäßiger Schulbesuch spielen bei der täglichen Bewältigung des von Armut geprägten Alltags eine untergeordnete Rolle. Bildung wird seitens der Eltern teils als Chance gesehen, doch aufgrund der eigenen schulischen Defizite können sie ihre Kinder kaum in der Schule unterstützen. Nebst der Tatsache, dass die Kinder in der eigenen Landwirtschaft mitarbeiten müssen.

Alles Gründe um in Dumbrǎveni im Bereich der Bildung tätig zu werden und sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu begleiten, aus der Armutsspirale zu finden. Mit Unterstützung des Landes und der Stadt Salzburg, dem Roten Kreuz, der Caritas Salzburg und des Stift St. Peter sowie der Salzburger Festspiele und Salzburger Nachrichten wurde im Juli 2015 die Tagesbetreuung aufgebaut, welche bis zu 25 Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien begleiten kann. Heute sind in der Tagesbetreuung, die in einem eigenen Haus untergebracht ist, 18 Kinder - vorwiegend aus der Roma-Minderheit – angemeldet. Sie kommen unregelmäßig, doch sie kommen, ihre Fortschritte sind in kleinen Schritten sichtbar. Schulische Förderung ist eine Seite, soziales Verhalten zu erlernen, ist die andere Seite. Den Kindern eine Perspektive zu geben, ist jedenfalls das erklärte Ziel dieses Projektes in Rumänien.
Zeitgleich entstand im Juli 2015 die Tagesbetreuung „Eine Chance für die Schule“ in Sebeş, die 15 Kinder unterschiedlicher Ethnien begleitet. Das pädagogische Konzept ist das gleiche, die Herausforderungen sind jedoch individuell. Das Projekt wird vom Land OÖ und vom Land Tirol finanziell gefördert.

Am Dienstag, 4. Juli war es nun soweit und es wurden beide Einrichtungen offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Salzburgs Landesrätin Martina Berthold, Gemeinderätin Kornelia Thöni, Edda Böhm von Caritas Salzburg, Friedemann Bachleitner-Hofmann, Honorarkonsul für Rumänien, Josef Scharinger, Vorstand des Diakoniewerks und weitere Partner waren aus Österreich zu den Feierlichkeiten angereist, um auch zu sehen, was Vorort aufgebaut wurde.
Gemeinsam mit der Vertreterin des Sozialamtes des Landeskreises Sibiu, dem Bürgermeister, einer offiziellen Vertreterin der Volksgruppe der Roma und vieler anderer Gäste, darunter auch zahlreiche Mütter, wurden die Einrichtungen nicht nur mit offiziellen Reden sondern auch mit einem besonderen Kulturprogramm der Kinder und Mitarbeiterinnen aus Dumbrǎveni und Sebeş stolz eröffnet.

Hintergrund:
In Rumänien sind 20% der Bevölkerung armutsgefährdet. 45% der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren leben in sehr schwierigen Verhältnissen ohne Unterstützung der Eltern oder in materieller Armut. Armut ist in ländlichen Gegenden sehr präsent, da es an Arbeitsplätzen fehlt. Der Mindestlohn liegt bei 236 Euro netto, das Durchschnittseinkommen bei 325 Euro, Renten zwischen 80 und 210 Euro.

Bilder: Diakoniewerk Abdruck honorarfrei
Bildtext:
Bild 1: Offizielle VertreterInnen aus Rumänien und Österreich eröffnen gemeinsam mit mehr als 30 Kindern die beiden Tagesbetreuungen.
Bild 2: Mädchen aus der Volksgruppe der Roma aus Dumbrǎveni tanzen voller Begeisterung einen Volkstanz.
Bild 3: 2016 wurde ein eigenes kleines Haus in Dumbrǎveni, nahe der Roma-Siedlungen, gekauft und renoviert, wo seit Herbst des letzten Jahres bis zu 25 Kinder Förderung und Spiel & Spaß erfahren.

Rückfragen:
Mag.a Daniela Scharer, MBA
Kommunikation & PR
Diakoniewerk (Zentrale)
Telefon 07235 63 251 128
Mobil 0664 220 16 25
d.scharer@diakoniewerk.at
www.diakoniewerk.at/presse


Mädchen aus der Volksgruppe der Roma aus Dumbrǎveni tanzen voller Begeisterung einen Volkstanz. Offizielle VertreterInnen aus Rumänien und Österreich eröffnen gemeinsam mit mehr als 30 Kindern die